Selbstausdruck und Körperkultur
Auch heute ist es in vielen Subkulturen, wie etwa bei den Gothics, Punks, Hippies, Rockern und den SM- und Fetisch-Anhängern, um nur einige zu nennen, üblich, Tätowierungen und Piercings als Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls zu tragen. Dabei wird der Aspekt der Abgrenzung allerdings oft überbewertet, denn es geht den Piercing- und Tattooträgern nicht, wie so oft unterstellt, vor allem darum, sich abzugrenzen. Vielmehr ist es ihnen wichtig, ihre Einzigartigkeit, Ästhetik und das eigene Lebensgefühl durch ihre Körpermodifikationen auszudrücken. Es geht um Selbstausdruck und das Ausleben eines Schönheitsideals, das sich von dem allgemein geltenden unterscheiden mag, aber deshalb nicht weniger Gültigkeit besitzt.
Viele Menschen tragen auch Piercings, die auf den ersten Blick gar nicht sichtbar sind, wie etwa Bauchnabel-, Brust-, oder Intimpiercings. Darüber hinaus haben Umfragen gezeigt, dass viele Menschen sich tätowieren, oder piercen lassen, um wichtigen Ereignissen so ein permanentes Symbol zu setzen. Dazu gehören oft überstandene Krisen, beendete oder begonnene Beziehungen, der Schulabschluss, Heirat oder die Geburt eines Kindes. Viele bestätigen, dass sie sich an ihre eigene Stärke oder an glückliche Augenblicke erinnert fühlen, wenn sie ihr Piercing ansehen.
Zu den ästhetischen und emotionalen Gründen, ein Piercing zu tragen, kommen auch sexuelle, denn eine ganze Reihe von Piercings wirken sexuell stimulierend und werden deshalb von Männern wie von Frauen gerne getragen.