Piercingmaterialien: Was steckt hinter deinem Schmuck?
Goldfarben ist eine Farbe, Titan eine Materialangabe. Beides kann auf dasselbe Schmuckstück zutreffen. Für deine Auswahl zählen deshalb das Grundmaterial, eine mögliche Beschichtung und die Angaben zum einzelnen Produkt.
Hier lernst du die Begriffe kennen, die dir beim Stöbern nach Piercings nach Material begegnen.
Titan: die genaue Angabe zählt
Titan ist leicht. Für den Ersteinsatz sind bestimmte, nachgewiesene Qualitäten relevant, beispielsweise Titan nach ASTM F136 oder Reintitan nach ASTM F67. Die allgemeine Angabe „Titan“ allein belegt diesen Standard nicht.
Achte deshalb auf die genaue Werkstoffangabe. Aus einer Farbe, einem Produktfoto oder der Bezeichnung „G23“ solltest du keine zusätzliche Zertifizierung ableiten, die beim konkreten Schmuck nicht nachgewiesen ist.
316L: Chirurgenstahl ist nicht nickelfrei
316L ist eine Edelstahlbezeichnung. Diese Legierung enthält Nickel. Der Begriff „Chirurgenstahl“ bedeutet daher nicht automatisch „nickelfrei“ und bestätigt für sich genommen auch keine Implantatqualität.
Bei einer bekannten Metallallergie sollte die Auswahl auf der genauen Zusammensetzung und deiner medizinischen Beratung beruhen. Ein allgemeines Versprechen wie „für jede Haut geeignet“ hilft dabei nicht weiter.
925 Silber oder nur silberfarben?
925 Silber, auch Sterlingsilber genannt, besteht aus 92,5 Prozent Silber und weiteren Legierungsmetallen. „Silberfarben“ beschreibt dagegen nur die Optik. Ein silberfarbener Stab kann beispielsweise aus Titan oder Chirurgenstahl bestehen.
Silber kann anlaufen. Für ein frisches oder noch nicht abgeheiltes Piercing ist Sterlingsilber keine geeignete Wahl. Schaust du in der Kategorie silberne und silberfarbene Piercings, lies deshalb immer die Materialangabe des einzelnen Artikels.
Goldoptik, Vergoldung und Echtgold
Ein goldfarbener Schmuck kann aus einem anderen Grundmaterial bestehen. Bei einer Vergoldung liegt eine Goldschicht auf einem Trägermaterial. Echtgoldschmuck besteht dagegen aus einer Goldlegierung; „585“ steht für 585 von 1.000 Teilen Gold, also 58,5 Prozent.
Auch bei Echtgold zählt die genaue Legierung. Für frische Piercings genügt die Goldfarbe nicht; vergoldeter Schmuck ist dafür ungeeignet. In unserer Auswahl an goldenen und goldfarbenen Piercings geben dir die jeweiligen Produktdetails Auskunft.
Farbe und Oberfläche getrennt betrachten
Titan kann durch Anodisieren verschiedene Farben erhalten. Bei diesem Verfahren entsteht die Farbe ohne eine aufgetragene Farbschicht. Eine farbige Oberfläche kann aber auch anders hergestellt sein – aus dem Foto allein lässt sich das Verfahren nicht erkennen.
Steht eine Beschichtung in der Beschreibung, lies zusätzlich die Angaben zum darunterliegenden Material. Wenn die Oberfläche beschädigt ist oder sich Teile davon lösen, lass das Schmuckstück vor dem Weitertragen prüfen.
Vor dem Kauf: Material, Maße, Einsatz
Prüfe zuerst das Grundmaterial und mögliche Beschichtungen. Vergleiche danach Stabstärke, Länge oder Ringdurchmesser mit deinem passenden Schmuck. Die Messpunkte findest du im Piercing-Größenberater.
Für den Ersteinsatz wählt das Studio geeigneten Schmuck passend zu Platzierung und Anatomie aus. Eine Materialkategorie im Shop ist keine pauschale Ersteinsatzempfehlung für alle enthaltenen Produkte.